Die französischen Behörden haben dem 37-jährigen rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner die Einreise in das Land verweigert. Sellner, der als Führungsfigur der Identitären in Österreich gilt, teilte am Donnerstag auf der Plattform X mit, dass er am Flughafen festgehalten wurde und am folgenden Tag abgeschoben werde. Ursprünglich plante der Aktivist, am Freitag sein Buch mit dem Titel „Remigration“ in einer Pariser Buchhandlung vorzustellen und eine Signierstunde abzuhalten.

Die Maßnahme erfolgt in einem angespannten politischen Umfeld sechs Monate vor der französischen Präsidentenwahl. In der vergangenen Woche hatte ein Mann nahe Paris mit einer Maschinenpistole einen Menschen getötet und sieben weitere verletzt, wobei die meisten Opfer einen Migrationshintergrund hatten; der Täter räumte rassistische Motive ein. In diesem Kontext untersagten die Behörden am Donnerstag auch einen rechtsextremen Kongress zum Thema „Remigration“ in einem Pariser Vorort sowie eine für Sonntag geplante Demonstration in der Hauptstadt.

Der Präfekt der Region begründete das Verbot des Kongresses damit, dass die Veranstaltung auf einer „fremdenfeindlichen und rassistischen Ideologie“ basiere. Laut den Behörden gehe diese Ideologie davon aus, dass Migranten grundsätzlich eine Bedrohung für die Zukunft europäischer Länder darstellen. Zudem hatten linke Gruppen bereits im Vorfeld zu Protesten gegen die geplanten Aktivitäten von Sellner aufgerufen.

Die Identitären, denen Sellner angehört, lehnen Multikulturalismus und Masseneinwanderung ab und fordern eine Remigration. In Österreich wird die Bewegung politisch wahrgenommen; FPÖ-Chef Herbert Kickl bezeichnete die Gruppe 2021 als „interessantes und unterstützenswertes Projekt“ und eine „NGO von rechts“. Sellner hatte Kickl kürzlich auf Social Media als „King Kickl“ gefeiert, da dieser sich nicht eindeutig vom Begriff der Remigration distanziert hatte.