Die steirische Landwirtschaft steht nach einem Jahr extremer Hitze und Dürre vor einer prekären Bilanz. Die Ernteschäden werden auf über 183 Millionen Euro beziffert, wobei Landwirtschaftskammer-Chef Andreas Steinegger das Jahr insgesamt als „katastrophal“ beschreibt. Besonders betroffen sind Grünlandflächen in exponierten Lagen mit Einbußen von bis zu 70 Prozent sowie Mais-Anbaugebiete, in denen in kritischen Monaten 50 bis 100 Prozent weniger Regen fiel als üblich.

Die Auswirkungen auf einzelne Betriebe sind drastisch, wie das Beispiel des Bio-Heumilchbauern Stefan Bischof aus Bruck an der Mur zeigt. Trotz vorangetriebener Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel fielen zwei Grünlandschnitte komplett aus, was Bischof dazu zwang, im Juni Futter für seine 30 Rinder zuzukaufen. Der Bauer sieht sich nun gezwungen, seinen Viehbestand abzustocken, was langfristige Einkommenseinbußen zur Folge hat und die psychische Belastung der Produzenten verdeutlicht.

Bei den Kulturen zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Maisernte fiel im Vergleich zum langjährigen Schnitt insgesamt um ein Viertel geringer aus, während die Apfelernte um 35 Prozent schrumpfte. Positiv entwickelte sich hingegen der Kürbis mit einem Durchschnittsertrag von rund 700 Kilo Kernen pro Hektar und hervorragender Qualität, wovon vor allem Früh-Anbauer profitierten. Bei den Käferbohnen hingegen zeichnen sich nach mehreren schlechten Jahren erneut geringe Erträge bis hin zu Totalausfällen ab.

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, fordern Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer und die Landwirtschaftskammer eine verstärkte Unterstützung bei Klimawandel-Anpassungen. Im Fokus stehen Förderungen für Bewässerungssysteme im Obstbau – bereits ein Drittel der Flächen ist gerüstet – sowie der gezielte Humusaufbau zur besseren Wasserspeicherung. Steinegger warnte eindringlich vor weiteren solchen Jahren mit den Worten: „Gnade uns Gott, wenn wir noch so ein Jahr haben“.