Das kanadische KI-Unternehmen Cohere hat den ersten Abschluss seiner Series-E-Finanzierungsrunde bekannt gegeben. Angeführt wird die Runde von der Schwarz-Gruppe, dem Mutterkonzern von Lidl und Kaufland. Insgesamt sollen bis zu 4,5 Milliarden Euro (7 Milliarden kanadische Dollar) fließen, wobei Cohere nun mit rund 22,9 Milliarden Euro (35,7 Milliarden kanadische Dollar) bewertet wird. Damit stellt dies die größte private Finanzierungsrunde in der Geschichte der kanadischen Tech-Branche dar.
Neben der Schwarz-Gruppe beteiligen sich neue Investoren wie Bell Ventures, Bullhound Capital sowie die kanadische Regierung. Letztere steuert bis zu rund eine Milliarde Euro (1,6 Milliarden kanadische Dollar) bei, knüpft dies jedoch an strenge Auflagen: Cohere muss den Firmensitz in Kanada beibehalten, bis 2030 mindestens 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen und 1,1 Milliarden Euro (1,7 Milliarden kanadische Dollar) in lokale Rechenkapazitäten investieren. Bestehende Geldgeber wie Nvidia, Inovia Capital und Prosperity7 Ventures bleiben ebenfalls an Bord.
Die Finanzierung folgt auf die Übernahme des Heidelberger Startups Aleph Alpha, an dem Schwarz zuvor mehr als 20 Prozent hielt. Im Zuge dieser Fusion, die noch der Behördenzustimmung bedarf, verschwindet die Marke Aleph Alpha, während Cohere neben Toronto einen zweiten Hauptsitz in Berlin erhält. Ilhan Scheer wird Chief Operating Officer bei Cohere, während Samuel Weinbach als Chief Research Officer die Forschung in Heidelberg leitet. Christian Müller, CEO von Schwarz Digits, betont, dass die Modelle direkt in die eigene Cloud STACKIT integriert werden sollen, um digitale Souveränität und Datenkontrolle zu gewährleisten.
Das Wachstum von Cohere zeigt sich in einem Anstieg des wiederkehrenden Jahresumsatzes (ARR) um 165 Prozent bis Ende September, wobei die Kundenbasis auf 300 Unternehmen gewachsen ist. Zu den Kunden zählen unter anderem PwC, Fujitsu, Bell Canada, die Royal Bank of Canada sowie der U-Boot-Bauer TKMS. Mit der neuen Bewertung überholt Cohere das französische Mistral AI, das mit 21 Milliarden Euro bewertet wird. Beide Unternehmen positionieren sich als souveräne Alternativen zu US-Giganten wie OpenAI und Anthropic sowie zu chinesischen Modellen wie Alibabas Qwen.


