Papst Leo XIV. bricht vom 6. bis 17. November zu seiner bisher längsten Auslandsreise auf, die ihn in die südamerikanischen Staaten Uruguay, Argentinien und Peru führt. Die Reise erfolgt weniger als vier Wochen nach einem medizinischen Eingriff am 13. Oktober, bei dem etwa 20 Prozent des Lungengewebes mitsamt einem Tumor entfernt wurden. Zwar hatte der 71-Jährige Ende Oktober auf ärztlichen Rat einen kurzen Flug nach Assisi abgesagt, doch versichern die betreuenden Ärzte nun, dass die vollständige Entfernung des Tumors und die Genesungsfortschritte die Reise medizinisch ermöglichen.
Die Reise beginnt in Montevideo, Uruguay, wo der in Chicago geborene und fließend Spanisch sprechende Papst Vertreter von Staat, Zivilgesellschaft und Kirche trifft. Für den 7. November sind ein Gottesdienst in Paysandú an der Grenze zu Argentinien sowie ein Besuch der Katholischen Universität in Montevideo angesetzt. Den Abschluss des ersten Etappenziels bildet eine Abendandacht im größten Fußballstadion Uruguays.
Am 8. November reist Leo XIV. nach Argentinien, wo ein Treffen mit dem ultra-liberalen Präsidenten Javier Milei bevorsteht. Beobachter erwarten Spannungen, da der Papst häufig die marktkritische katholische Soziallehre zitiert, welche auch die argentinischen Bischöfe zur Kritik an Mileis Wirtschaftspolitik nutzen. Zudem besucht er Orte, die mit seinem Vorgänger Papst Franziskus (2013-2025) verknüpft sind, darunter die Bischofsstadt Buenos Aires und die intellektuelle Hochburg Córdoba.
Die persönlich bedeutsamste Station folgt am 11. November in Peru, wo Leo XIV. von 1985 bis 2001 als Missionar und Ausbilder tätig war. Nach einer Zeit in Rom kehrte er 2014 für neun Jahre zurück und wurde Bischof in Chiclayo, wobei er auch die peruanische Staatsbürgerschaft annahm. Dank seiner Kenntnisse in Spanisch und Quechua, insbesondere für die Region Cusco, kann er direkt mit der Bevölkerung kommunizieren, bevor er am Vormittag des 17. November nach Rom zurückkehrt.


