Die Weltbank prognostiziert für das kommende Jahr einen Anstieg der Lebensmittelpreise um sieben Prozent. Zu den treibenden Faktoren zählen unterbrochene Getreidelieferungen, durch ungünstiges Wetter bedrohte Ernten sowie hohe Kosten für Dünger und Kraftstoffe. Bereits in diesem Jahr sind die Nahrungsmittelpreise im Vergleich zu 2025 um ein Zehntel gestiegen, während die Rohstoffpreise insgesamt ein Plus von 23 Prozent verzeichnen sollen.
Besonders kritisch bewertet das Institut in Washington die Rolle der Energiepreise, die im laufenden Jahr voraussichtlich um knapp ein Drittel steigen. Hauptgrund hierfür ist der Krieg der USA gegen den Iran, welcher den Rohstoffhandel durch die Straße von Hormuz nahezu zum Erliegen brachte. Trotz des Kriegsbeginns Ende Februar ist das Transportvolumen durch die Meerenge weiterhin weit vom Vorniveau entfernt, was die globale Versorgungslage belastet.
Die Organisation warnt davor, dass eine Kombination aus unerwartet hohen Energiepreisen und dem Wetterphänomen El Niño eine Nahrungsmittelkrise auslösen könnte. Ein solches Szenario würde ähnlich wie Anfang der 2010er-Jahre die extreme Armut verschärfen. Betroffen sind Menschen, die mit weniger als drei US-Dollar (ca. 2,70 Euro) pro Tag auskommen; derzeit zählt die Weltbank etwa 811 Millionen solcher Betroffenen weltweit.
Am Markt zeigten sich die Preise zuletzt leicht entspannt aufgrund neuer diplomatischer Bemühungen im Nahen Osten. Brent Crude für Dezember sank um 1,68 Prozent auf 113,38 US-Dollar, während West Texas Intermediate (WTI) um 2,54 Prozent auf 100,17 Dollar fiel. Auch der Erdgas-Terminkontrakt TTF in Amsterdam sank um über drei Prozent auf 96,83 Euro je MWh, nachdem er am Mittwoch erstmals seit 2022 die Marke von 100 Euro überschritten hatte.


