Die Bundesregierung hat die Kontingente für Saisonarbeitskräfte im Tourismussektor für den Zeitraum von Dezember 2026 bis November 2028 festgelegt. Für das Bundesland Vorarlberg wurden rund 560 Plätze für Beschäftigte aus Drittstaaten reserviert, wobei zusätzlich ein Überziehungsrahmen von 50 Prozent vorgesehen ist. Diese Entscheidung wird von der Landesregierung ausdrücklich begrüßt, da Tourismusbetriebe in der Region unter einem besonders ausgeprägten Personalmangel leiden.
Zwei wesentliche Neuerungen verbessern die Flexibilität für die betroffenen Unternehmen. Erstens entfallen die fixen Länderkontingente, sodass nicht genutzte Plätze eines Bundeslandes künftig unmittelbar von anderen Bundesländern übernommen werden können. Zweitens bietet die Laufzeit von zwei Jahren eine signifikante Planungssicherheit, wodurch der bisherige jährliche administrative Aufwand für die Betriebe entfällt.
Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) bezeichnete die Regelung als wichtiges Signal für den Standort Vorarlberg. Er betonte, dass der Tourismus eine tragende Säule der regionalen Wirtschaft sowie ein wichtiger Arbeitgeber sei. Die Festlegung der Kontingente über zwei Jahre hinweg sei ein entscheidender Schritt, um die notwendige Stabilität für die Branche zu gewährleisten.
Die Entscheidung folgt auf eine hitzige Debatte zwischen Wirtschaftsvertretern und Gewerkschaften. Während die Tourismusbranche eine schnelle Umsetzung forderte, kritisierte ÖGB-Landesvorsitzende Reinhard Stemmer die Abhängigkeit von Nicht-EU-Staaten. Stemmer forderte bessere Arbeitsbedingungen und die Priorisierung heimischer Arbeitssuchender, was von den Touristikern als „Tourismus-Bashing“ empfunden wurde.

