Die Finanzierungssituation für Start-ups in der Steiermark hat einen Tiefpunkt erreicht. Laut dem Grazer Start-up-Monitor wurde die Finanzierung im Vorjahr mit lediglich 3,47 von sieben Punkten bewertet, was den niedrigsten Wert seit 2016 darstellt. Große Investitionen sind mittlerweile zur Ausnahme geworden, weshalb Gründer verstärkt auf ihre eigenen Ersparnisse zurückgreifen müssen. Zudem wird der Standort schlechter bewertet als in den vorangegangenen Jahren.
Markus Kümmel, Gründer der Tourismus- und Outdoorplattform Bergfex, zieht Parallelen zur Zeit nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Damals musste er sein Unternehmen, das heute 30 Mitarbeiter beschäftigt und in 18 Sprachen verfügbar ist, weitgehend aus eigener Kraft finanzieren. Diese Erfahrung unterstreicht die zyklische Natur des Risikokapitals und die Notwendigkeit eines schrittweisen Wachstums in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten.
Martin Mössler, Geschäftsführer des Science Parks Graz, betont, dass eine überzeugende Technologie allein nicht mehr ausreicht, um ein Unternehmen aufzubauen. Der Science Park betreut aktuell über 25 technologieorientierte Start-ups in Bereichen wie künstlicher Intelligenz, Energietechnologien und Raumfahrt. Mössler warnt, dass der Zugang zu Kapital komplexer geworden ist und der Fokus nun zwingend auf der Gewinnung zahlender Kunden liegen muss, um international bestehen zu können.
Um die Lücke zwischen Gründern und Kapitalgebern zu schließen, initiierte Oliver Kröpfl, Vorstand der Steiermärkischen Sparkasse, die Veranstaltung „Idea meets money“. Elf Start-ups, darunter Indigo Water von David Steffelbauer und Anna Robosch zur Leckerkennung in Wasserleitungen sowie MRsafe von Stefanie Pirzl zur Prüfung medizinischer Implantate, präsentierten ihre Ideen. Weitere Teilnehmer waren MotionSynq von Silvio Prskalo für Gelenkgesundheit und SimplyAI von Christoph und Ralph Stöckl im Bereich KI-Navigation.

