Eine aktuelle Studie des Ökonomen Christian Helmenstein vom Economica Institut, die im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) erstellt wurde, sorgt für politische und wissenschaftliche Spannungen. Die Analyse prognostiziert, dass die Umsetzung von Klimagesetzen bis 2035 zu erheblichen Preissteigerungen bei Kraftstoffen führen könnte. Demnach könnte der Liter Diesel um bis zu 95 Cent und Benzin um bis zu 86 Cent teurer werden. Diese Berechnungen stehen im Zusammenhang mit dem geplanten Erneuerbaren-Energie-Gesetz Verkehr, das vorsieht, dass zwei Drittel des Treibstoffs aus erneuerbaren Quellen stammen müssen.
Das Verkehrsministerium bezeichnete die genannten Zahlen bereits als „massiv überhöht“. Auch Harald Sigl, Sprecher des Bio-Diesel-Marktführers Münzer, kritisierte das bisher unveröffentlichte Papier in der „Krone“ scharf. Sigl betonte, dass der Irankrieg höhere Kosten verursache als die Klimaziele und warnte vor destruktiven Ansätzen. Er plädierte stattdessen dafür, ökonomische Vorteile für Österreich bei der Erreichung dieser Ziele zu suchen. Die WKO wiederum betonte, man stehe zu den europäischen Klimazielen, solange der Klimaschutz leistbar bleibe und Unternehmen nicht benachteiligt würden.
Nun hat sich die Umweltorganisation Greenpeace eingeschaltet und wirft der Studie vor, die Grundlagen seriöser Wissenschaft zu verletzen. Adam Pawloff, Programmdirektor bei Greenpeace Österreich, bezeichnete die Arbeit als eine „14-seitige Foliensammlung ohne nachvollziehbare methodische Substanz“. Pawloff kritisierte zudem WKO-Generalsekretär Danninger, der mit der Studie Stimmung gegen den Klimaschutz mache und die Berechnungsgrundlagen geheim halte. Greenpeace beabsichtigt nun, die vollständige Veröffentlichung des Dokuments einzuklagen.
Der Autor der Studie, Christian Helmenstein, wies diese Vorwürfe in einer Stellungnahme am Mittwoch zurück. Er erklärte, dass die Untersuchung aus vier Modulen bestehe, von denen zwei bereits fertiggestellt und präsentiert wurden. Sobald die restliche Arbeit abgeschlossen sei, werde die Langfassung der Studie veröffentlicht, wie dies bereits bei einer Pressekonferenz angekündigt worden war. Den Vorwurf, die Herausgabe der Studie sei verweigert worden, bezeichnete Helmenstein als von Greenpeace „wider besseren Wissens frei erfunden“.


