Der US-amerikanische Software- und Datencenter-Konzern Oracle bereitet umfangreiche Kapitalmaßnahmen vor, um sein Wachstum zu finanzieren. Das Unternehmen plant die Ausgabe neuer Aktien im Wert von 10 Milliarden US-Dollar sowie die Aufnahme weiterer 10 Milliarden US-Dollar durch den Verkauf von Anleihen. Insgesamt soll der Konzern somit rund 20 Milliarden US-Dollar am Finanzmarkt einsammeln.
Die Erlöse aus diesen Maßnahmen sind laut Oracle für den laufenden Geschäftsbetrieb vorgesehen. Dies umfasst insbesondere Investitionsausgaben sowie potenzielle Dividendenzahlungen. Kurz zuvor hatte das Unternehmen neue Pläne zur Finanzierung der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) vorgelegt, da Oracle vom aktuellen KI-Boom ein hohes Wachstum erwartet.
Die Reaktion der Märkte auf diese Ankündigungen war zunächst negativ. Die Oracle-Aktie verlor zu Wochenbeginn im vorbörslichen Handel in den USA zunächst mehr als 3 Prozent und sank am Montag zeitweise sogar um 4 Prozent. Grund für den Druck auf den Kurs ist die massive Ausgabe von Eigen- und Fremdkapital für den Bau von Datenzentren.
Langfristig strebt Oracle jedoch eine finanzielle Eigenständigkeit an. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich das Wachstum ab dem Geschäftsjahr 2028/29 selbst tragen wird, sodass keine weiteren Kapitalnahmen nötig sein werden. Bis Mitte 2030 plant der Konzern insgesamt lediglich 20 Milliarden Dollar an Finanzmarktmitteln zur Wachstumsfinanzierung aufzunehmen.


