Die Integration Künstlicher Intelligenz (KI) in den österreichischen Bildungssektor stößt bei Eltern auf erheblichen Widerstand aufgrund fehlender Richtlinien. Laut einer aktuellen Umfrage des Nachhilfe-Unternehmens GoStudent sind lediglich 24 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Regierung ausreichend für klare KI-Regeln sorgt. Damit weist Österreich im Vergleich zu fünf anderen europäischen Staaten das geringste Vertrauen in die Politik auf.

Die Unzufriedenheit erstreckt sich auch auf die institutionelle Ebene der Schulen. Rund 60 Prozent der Eltern sind der Meinung, dass die Bildungseinrichtungen nicht angemessen darauf reagieren, dass KI mittlerweile ein fester Bestandteil des Alltags ist. Die Studie wurde im Frühsommer durchgeführt und umfasst Befragungen von jeweils 500 Eltern mit Kindern zwischen acht und 16 Jahren sowie 50 Lehrkräften in Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien.

Während die strategische Umsetzung hinkt, ist die Nutzung unter den Schülern bereits weit verbreitet. Insgesamt nutzen rund 80 Prozent der befragten Kinder KI-Werkzeuge für schulische Zwecke. Besonders kritisch ist, dass zwei Drittel dieser Nutzer bereits KI-generierte Inhalte als ihre eigene Arbeit eingereicht haben, was in etwa dem Durchschnitt der untersuchten Länder entspricht.

Parallel zur hohen Nutzung klafft eine Lücke in der formalen Ausbildung der Schüler. 43 Prozent der Kinder gaben an, noch nie im Umgang mit KI unterrichtet worden zu sein, was teilweise auf das junge Alter der Befragten ab acht Jahren zurückzuführen sein könnte. Lediglich 15 Prozent der Schüler konnten bereits eine strukturierte Unterrichtsstunde zum Thema Künstliche Intelligenz besuchen.