Bitcoin hat sich nach einer Phase der Volatilität schnell erholt und notiert am Mittwochnachmittag wieder über der psychologisch wichtigen Marke von 80.000 Dollar. In der Nacht auf Mittwoch war der Kurs zunächst kurzzeitig unter 76.000 Dollar gefallen, als sich die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen abzeichneten. Aktuell liegt der Wert bei rund 80.523,41 Dollar, was einem Plus von knapp 4 Prozent innerhalb von 24 Stunden entspricht.
Marktexperten sehen die schnelle Erholung weniger im konkreten Wahlergebnis, sondern im Ende der politischen Ungewissheit. Dick Lo, Gründer von TDX Strategies, erklärte laut CoinDesk, dass ein klares Ergebnis die Unsicherheit beseitigt habe. Nicolas Quatravaux vom Krypto-Derivatehändler Paradigm ergänzte, dass ein Sieg der Demokraten mit einer Wahrscheinlichkeit von über 75 Prozent auf Polymarket bereits erwartet wurde. Die Marktaktivität blieb dennoch hoch: Am Wahltag wurden laut Paradigm Bitcoin-Optionspakete im Wert von rund 660 Millionen Dollar gehandelt, primär in Form von Call-Optionen.
Neben Bitcoin verzeichneten auch andere Kryptowährungen Zuwächse. Zcash führte die Gewinnerliste der großen Coins mit einem Plus von über 10 Prozent an, gefolgt von Ethereum mit über 6 Prozent und Chainlink mit gut 5 Prozent. Im Gegensatz dazu steht BNB auf Wochensicht mit einem Minus von mehr als 4 Prozent im Rückgang, was auf die Nachwirkungen eines Rekord-Hacks bei Binance zurückgeführt wird. Parallel dazu konnten Nasdaq-Futures ihre nächtlichen Verluste von über 2 Prozent fast vollständig wettmachen.
Trotz der aktuellen Kurssteigerungen zeichnet sich für die Krypto-Branche in Washington ein schwierigeres politisches Umfeld ab. Die Demokraten dürften beide Kammern des Kongresses kontrollieren, was den Weg für kritische Gesetzgebungen ebnet. Im Senat könnten Elizabeth Warren den Bankenausschuss leiten und Sherrod Brown trotz Ausgaben von Krypto-PACs in Höhe von 63 Millionen Dollar zurückkehren. Im Repräsentantenhaus wird eine demokratische Mehrheit von über 60 Sitzen erwartet, wobei Maxine Waters erneut den Finanzausschuss führen könnte, während krypto-freundliche Republikaner wie Bryan Steil zurückliegen.


